Bewerbungsgespräch: Unzulässige Fragen

Bewerbungsgespräch: Unzulässige Fragen

Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch und wie Sie damit umgehen

Ein Bewerbungsgespräch dient dazu, dass sich der potentielle Arbeitgeber und der Bewerber besser kennenlernen und beiderseitig herausfinden, ob man zusammenpasst.

Neben den typischen Fragen im Bewerbungsgespräch gibt es aber auch eine Reihe von Fragen, die unzulässig sind. Hierunter fallen insbesondere Fragen aus den folgenden Bereichen:

  • Religion und Konfession
  • Partei- oder Gewekschaftszugehörigkeit
  • Familienplanung und Schwangerschaft
  • Fragen rund ums Privatleben und zum Gesundheitszustand
  • Sexuelle Neigung und Ausrichtung (Hetero- oder Homosexualität)

Für die meisten Positionen haben die Antworten auf derartige Fragen keine übergeordnete Bedeutung, jedoch gibt es auch hier Ausnahmen:

Ist die Beantwortung der Fragen zur ordnungsgemäßen Ausübung der Tätigkeit zwingend erforderlich, so ist diese Frage legitim. Hier ein paar Beispiele zur Verdeutlichung:

  • Körperlich schwere Arbeiten: Jemand mit einer Glasknochenkrankheit wird nunmal leider kein Möbelpacker werden
  • Gelegenheit macht Diebe: Ein Vermögensverwalter oder Bankkaufmann mit direktem Zugang zu Geldmitteln, sollte in stabilen Vermögensverhältnissen leben und nicht hoch verschuldet sein. Bestehende Vorstrafen, bspw. wegen Veruntreuung oder Diebstahls müssen direkt vom Bewerber benannt werden.
  • Glaubwürdigkeit: Ein Polizist oder Staatsanwalt sollte selbst nicht wegen einer schweren Straftat vorbestraft sein.

Bei bestimmten Dingen ist der Bewerber aber zur wahrheitsgemäßen Angabe der Tatsachen verpflichtet. Dies gilt beispielsweise bei infektiösen Krankheiten.

Wie sollten Kandidaten auf derartige Fragen reagieren?

In erster Linie sollten Sie auch mit diesen Fragen professionell umgehen und ruhig bleiben. Vielleicht ist es lediglich ein Versehen Ihres Gegenübers und dieser ist sich der Unzulässigkeit seiner Frage gar nicht bewusst.

Wenn diese Frage unkritisch für Sie ist, sollten Sie diese einfach beantworten. In anderen Fällen können Sie den Fehler offen ansprechen und hinterfragen, in wie weit diese Frage einen Bezug zur Ausübung der Tätigkeit hat.

Auch wenn diese Frage unter Umständen zu sehr in Ihr Privatleben geht und unangenehm für Sie ist, sollten Sie weiterhin sachlich bleiben. Eine emotionale oder verteidigende Reaktion könnte sich negativ auf den weiteren Verlauf des Gesprächs auswirken.

Als Bewerber sind Sie bei der Beantwortung dieser Fragen nicht zur Wahrheit verpflichtet und dürften die Antwort verweigern oder sogar lügen. In diesen Fällen sind Sie auch im Nachhinein durch das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) geschützt, sodass Sie für die Unwahrheit nicht belangt werden (Hinweis: Dies ist keine Rechtsauskunft). Ob dies letztendlich eine gute Basis für eine dauerhafte Zusammenarbeit ist, ist wohl doch eher fraglich.

Unsere Empfehlung: Wenn sich für Sie ein Muster erkennen lässt und eine unzulässige Frage auf die andere folgt, sollten Sie das Gespräch und damit das Bewerbungsverfahren beenden. Scheinbar geht es Ihrem potentiellen Arbeitgeber mehr um für die Ausübnung der Tätigkeit irrelevante Dinge, als um Ihre persönliche und fachliche Eignung.