Empfehlungsschreiben vs. Arbeitszeugnis

Empfehlungsschreiben vs. Arbeitszeugnis

Worin unterscheiden sich Arbeitszeugnis und Empfehlungsschreiben?

Die verbreitetste Beurteilungsform von den Leistungen eines Arbeitnehmers ist das Arbeitszeugnis. In einigen Bewerbungsverfahren für einen neuen Job werden immer häufiger Empfehlungsschreiben und Referenzen als Leistungsbestätigung gefordert.

Doch worin liegen die wesentlichen Unterschiede dieser beiden Dokumente? Die nachfolgende Tabelle gibt Ihnen Aufschluss darüber:

Die meisten Empfehlungsschreiben werden von einer einzelnen Person für eine einzelne Person ausgestellt. Sie sollten darauf achten, dass die ausstellende Person einen guten Eindruck von Ihrer Person und Leistung bekommen hat und die Empfehlung anhand dieses Eindrucks glaubhaft bewerten kann. Dieser Referenzgeber unterzeichnet das Empfehlungsschreiben meist allein – achten Sie bei der Auswahl des Ausstellers auch auf dessen Stellung im Unternehmen: Das Empfehlungsschreiben sollten von einer Per­son ausgestellt und unterzeichnet, die durch ihre berufliche oder gesellschaftliche Stellung eine glaubwürdige Empfehlung abgeben kann und die Sie persönlich kennt. Deshalb wird die Referenz in der Regel aus einer per­sönlichen Perspektive und tendenziell freundschaftlich lobend formuliert.

Arbeitszeugnis Empfehlungsschreiben
Arbeitnehmer, die sich in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis befinden, haben einen gesetzlichen Anspruch auf die Erteilung eines Zwischen- bzw. Arbeitszeugnisses. Dieser Anspruch besteht aber nur zu bestimmten Zeitpunkten Das Empfehlungsschreiben ist eine rein freiwillige Leistung. Es gibt keinerlei Anspruch auf die Erstellung und liegt rein im Ermessen der Person, die die Empfehlung aussprechen soll.
Für das Arbeitszeugnis gilt, dass es wohlwollend geschrieben sein muss. Es ist oftmals ein eher nüchtern und sachlich formuliertes Dokument, welches einen ganz bestimmten Schreibstil unterliegt. Es gilt dieses Dokument genau zu prüfen, da häufig verdeckte Codes enthalten sind, die für den Laie nur schwer zu identifizieren sind. Das Empfehlungsschreiben ist am ehesten als wertschätzende Geste des Ausstellers zu verstehen. In der Regel ist dieses Dokument im Klartest verfasst und beinhaltet keine verdeckten Botschaften.
Das Arbeitszeugnis wird in der Regel vom letzten bzw. aktuellen Vorgesetzten ausgestellt und meistens auch von diesem unterzeichnet. Dieser kann Ihre Leistung objektiv und glaubhaft beurteilen, was für die inhaltliche Erstellung des Zeugnisses unerlässlich ist. In vielen Fällen wird das Arbeitszeugnis zusätzlich von einem Mitglied der Geschäftsleitung oder einem Vertreter der Personalabteilung unterzeichnet
Bei der Formulierung eines Arbeitszeugnisses müssen entsprechende Gesetzgebungen, Rechtsprechungen und die gängigen Gepflogenheiten der verkehrsüblichen Zeugnissprache beachtet werden, welche in einer abgestuften positiven Forlumierungsform zu formulieren sind (bspw. “zu unser Zufriedenheit”, “zu unserer vollen Zufriedenheit”, “stets zu unserer vollsten Zufriedenheit”) Ein Empfehlungsschreiben kann frei formuliert und gestaltet werden – es gibt keine vorgeschriebenen Maßgaben bzgl. der Struktur und des Inhalts. Damit das Empfehlungsschreiben die gewünschte Wirkung erzielt, sollte es persönlich, authentisch und glaubwürdig sein. In der Praxis haben sich aber bestimmte Strukturen und Inhalte bewährt, an denen sich viele Referenzgeber orientieren.
Arbeitszeugnisse enthalten in manchen Fällen ebenfalls Empfehlungen. Grade bei Personen mit einer hohen individuellen Ziel- und Erfolgsverantwortung sind in den Arbeitszeugnissen Empfehlungs-Ele­mente wie die Hervorhebung der individuellen Leistungen und Erfolge enthalten. Empfehlungsschreiben können in ihrer Formulierung durchaus Elemente der Zeugnisschreibung enthalten. Besonders in grö­ßeren Unternehmen ist es ganz üblich, dass ausgestellte Referenzen und Empfehlungsschreiben ähnlich wie Arbeitszeugnisse formuliert werden. Einige Unternehmen nutzen Testbausteine oder sogar spezielle Software mit denen Zeugnisse jeglicher Art formuliert werden. Die Empfehlungsschreiben un­terscheiden sich in manchen Fällen nur durch die Über­schrift „Referenz“ und durch die Ergänzung einer Empfehlungsfloskel von wirklichen Arbeitszeugnissen.

Zusammengefasst unterliegt ein Arbeitszeugnis wesentlich strengeren Regln, als ein Empfehlungsschreiben. Ein Arbeitszeugnis wird aus einem gesetzlichen Anspruch heraus erteilt – ganz gleich ob die Leistungen der beurteilten Person positiv oder negativ von dem Vorgesetzten bewertet werden. Ein Emphelungsschreiben werden Sie in der Regel nur von Personen erhalten, die positive Erfahrungen mit Ihrer Person und Leistung gesammelt haben und Ihnen dadurch ihre Wertschätzung ausdrücken wollen.

Kostenlose Vorlagen für Muster Empfehlungsschreiben oder zur Anfrage einer Empfehlung finden Sie in unseren Downloads. Nutzen Sie diese gerne zur Unterstützung, um eine persönliche Empfehlung zu erhalten, die Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützt.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf Empfehlungsschreiben-Muster.de