Das sollten Sie für Ihren Jobwechsel beachten

Das sollten Sie für Ihren Jobwechsel beachten

Wie Sie den richtigen Job finden und was es beim Jobwechsel zu beachten gilt

Sein komplettes Arbeitsleben in einem und demselben Unternehmen zu bleiben, kommt heut zu Tage immer seltener vor. Die Lebensläufe sind von inzwischen von regelmäßigen Jobwechseln geprägt und auch die eine oder andere abrupte Veränderung oder Lücke sind oft gesehen.

Dabei sind die Gründe für einen Jobwechsel sehr individuell und hängen oftmals mit den persönlichen Zielvorstellungen zusammen. Jedoch sollte ein Jobwechsel stets gut überlegt sein und nicht überstürzt erfolgen.

Fragen Sie sich vor dem Jobwechsel also zunächst, was Sie beruflich und persönlich damit bezwecken und ob dieses im neuen Unternehmen wirklich erfüllt werden kann. Berücksichtigen Sie zudem, dass ein Jobwechsel zwar viele Chancen aber auch ein gewisses Risiko verbunden ist und Sie sich in den meisten Fällen auch eine erneute Probezeit einlassen müssen.

Gründe für einen Jobwechsel

Jeder Job ist von Höhen und Tiefen geprägt – jeder von uns kennt dies und es gehört im Berufsleben genauso wie im Privatleben einfach dazu. Es gilt jedoch nicht gleich den Kopf in den Sand zu stecken und bei dem ersten Rückschlag allen hinzuschmeißen. Halten die Tiefen jedoch an oder können die persönlichen Erwartungen und Ziele im aktuellen Job einfach nicht verwirklicht werden, wächst in uns oftmals der Wunsch nach einem Jobwechsel. Dabei gibt es jedoch gute und schlechtere Gründe, für einen Neustart im Beruf:

Gute Gründe für einen Jobwechsel:

  • Gesundheitliche Verfassung: Mancher Beruf kann die eigene Gesundheit gefährden. Unsere Gesundheit ist das größte Gut das wir haben und sollte daher stets im Vordergrund stehen. Stellen sich im Laufe des Jobs beispielsweise Unverträglichkeiten, Allergien oder sonstige Gesundheitsverschlechterungen ein, wird es Zeit für einen beruflichen Neustart.
  • Mangelnde Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten: Besonders in den ersten Berufsjahren ist eine stetige Entwicklung der Karriere und die persönliche Weiterentwicklung für viele Arbeitnehmer sehr wichtig. Stellt sich nun ein Stillstand ein und lässt sich keinerlei Veränderung in absehbarer Zeit erwarten, empfiehlt es sich in vielen Fällen, den nächsten Karriere- oder Gehaltssprung außerhalb des aktuellen Unternehmens zu suchen.
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Verbringen Sie mehr Zeit im Büro als zu Hause und sehen Sie Ihre Kinder fast nur noch zum zu Bett gehen? Die Familie steht für viele Menschen im Vordergrund und es sollte ein Gleichgewicht zwischen Familien- und Berufsleben geschaffen werden. Verlangt der Job Ihnen jedoch einen Großteil Ihrer Zeit und Energie ab, wird es vielleicht Zeit für eine Veränderung.
  • Eine neue Herausforderung: Herrscht in Ihrem aktuellen Job völlige Langeweile, haben Sie keinerlei Herausforderungen mehr und können auch nichts neues mehr dazu lernen? Eine neue Position in einem anderen Umfeld kann hier neue Reize für Sie setzen und das Arbeitsleben wieder interessant gestalten.
  • Vetternwirtschaft: Sie geben jeden Tag Ihr bestes und tragen maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei, jedoch werden Sie bei jeder Beförderung übergangen und ein anderer wir auf Grund einer persönlichen Beziehung zum Vorgesetzten bevorzugt. Diese Situation kommt immer wieder in Unternehmen vor und ist für einen selbst sehr unbefriedigend. In diesem Fall reichen Ihr berufliches Engagement und anhaltend gute Leistungen nicht aus und nur ein Jobwechsel schafft Abhilfe.

Schlechte Gründe für einen Jobwechsel:

  • Jobfrust: Wenn es Ihnen zunehmend schwer fällt sich für Ihre Arbeit zu motivieren und die Erfolgserlebnisse und der Spaß an der Arbeit aus bleiben, kann dies auf Dauer frustrierend sein. Jeder hat mal einen schlechten Tag im Job und das ist auch in anderen Unternehmen so – betrachten Sie also einmal die letzten Monate, bevor Sie sich für einen Jobwechsel entscheiden.
  • Kritik an Ihren Leistungen: Bleiben Ihre Erfolge momentan aus und ist Ihr Vorgesetzter nicht zufrieden mit Ihnen? Betrachten Sie Ihre Leistungen einmal selbst und gehen Sie den Ursachen auf den Grund. Wenn die Kritik begründet ist und Sie die Chance zur Verbesserung Ihrer Leistungen sehen, sollten Sie aktiv daran arbeiten und nicht gleich die Segel streichen.
  • Der Vorgesetzte und die Kollegen: Die Arbeitsatmosphäre ist wichtig, um sich im Job wohlfühlen zu können. Stetiger Stress mit dem Vorgesetzten und dauernde Sticheleien von den Kollegen können nervig sein und ganz schön auf das eigene Befinden schlagen. Der erste Schritt zur Besserung ist jedoch ein klärendes Gespräch. Hilft dieses nicht und bleibt die Atmosphäre im Büro unangenehm, könnte dies ein Grund für einen Jobwechsel sein.
  • Gravierende Fehler: Ihnen ist ein riesen Fehler unterlaufen und Sie haben eine Aufgabe so richtig gegen die Wand gefahren? Dann wäre es aus Unternehmenssicht nicht ganz abwägig, Sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen und Ihre Mitarbeit im Unternehmen ggf. zu beenden. Manches Unternehmen setzt aber gezielt darauf Fehler zu zu lassen und die Mitarbeiter daraus lernen zu lassen. Nutzen Sie diese Erfahrung für sich, teilen Sie diese am besten mit Ihren Kollegen und vermeiden Sie so, dass derartige Fehler erneut passieren.

Was gilt es beim Jobwechsel zu berücksichtigen?

Der Jobwechsel ist ein einschneidendes Lebensereignis und es gilt ein paar Dinge zu beachten, damit dieser reibungslos abläuft. Die wichtigsten Punkte haben wir Ihnen nachfolgend kurz zusammengefasst.

Die Suche nach dem richtigen Job

Sie haben den Entschluss gefasst, dass Sie Ihren aktuellen Job nicht mehr ausüben möchten und Ihr Glück in einem anderen Unternehmen suchen. Doch wie finden Sie den passenden Job beim richtigen Unternehmen? Zunächst haben Sie als Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen angemessen viel Zeit zur Jobsuche während Ihrer Kündigungsfrist einräumt. Ggf. gibt es hierzu weitergehende Regelungen in Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag, die Sie hierbei prüfen sollten. Für die eigentliche Jobsuche empfiehlt es sich, dass Sie die gängigen Jobbörsen und Karriereseiten Ihrer Wunscharbeitgeber unter Beobachtung halten, Ihre Auftritte in den sozialenen Netzwerken aktualisieren und sich ggf. mit spezialisierten Headhuntern innerhalb Ihrer Branche in Verbindung setzen. Informieren Sie auch Ihr Netzwerk und Ihren Bekanntenkreis über Ihr Wechselinteresse, um so auf Insiderinformationen und Empfehlungen zugreifen zu können.

Wenn Sie nun den richtigen Job gefunden haben, sollten Sie zunächst die vereinbarte Kündigungsfrist in Ihrem Arbeitsvertrag prüfen. Sollte in Ihrem Arbeitsvertrag nichts derartiges vereinbart sein, gelten die Bestimmungen des Tarifvertrags bzw. die gesetzliche Vorgabe.

Das richtige Vorgehen bei der Kündigung

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Bewahren Sie Stillschweigen über Ihre Kündigungsabsichten, da Sie ansonsten auf die “Abschussliste” Ihres Vorgesetzten geraten könnten und sich Ihre verbleibende Zeit im Unternehmen schwierig gestalten könnte. Ihre Arbeit sollten Sie weiterhin zuverlässig und engagiert erledigen – dieses könnte sich später positiv auf Ihr Arbeitszeugnis auswirken.

Vermeiden Sie eine zu voreilige Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses. Bevor Sie die Kündigung bei Ihrem aktuellen Unternehmen aussprechen, sollten Sie den Arbeitsvertrag bei dem neuen Arbeitgeber unterzeichnet haben. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass Sie am ende ohne einen Job und ohne einen sofortigen Anspruch auf Arbeitslosengeld dastehen.

Handelt es sich nicht um eine freiwillige Kündigung durch Sie, sollten Sie eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht erwägen. Beachten Sie dabei, dass diese Klage innerhalb von drei Wochen nach dem Zugang der Kündigung erfolgen muss und dazu dient, die Wirksamkeit der Kündigung durch den Arbeitgeber zu prüfen. Die Viele Arbeitgeber bieten in diesen Fällen die Zahlung einer Abfindung an, um ein langes Gerichtsverfahren zu vermeiden. Kündigt der Arbeitgeber betriebsbedingt, wird eine Abfindung oftmals schon im Kündigungsschreiben angeboten, soweit keine Kündigungsschutzklage von Ihnen eingereicht wird. Bei umfassenderen Entlassungswellen, werden zwischen dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat oftmals Sozialpläne vereinbart, die entsprechende Abfindungsangebote enthalten können.

Abschluss eines Aufhebungsvertrages

Beim Aufhebungsvertrag sind sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber einig, dass sie das Arbeitsverhältnis beenden möchten. Ein Aufhebungsvertrag birgt immer Vorteile und Risiken, weshalb Sie besonders darauf achten sollten, wer diesen wünscht. Für Sie hat ein Aufhebungsvertrag den Vorteil, dass der Endzeitpunkt der Beschäftigung frei verhandelt werden kann und Sie den Job beim neuen Arbeitgeber ggf. schon früher antreten können. Ist der Aufhebungsvertrag vom Arbeitgeber angestrebt, dient dieser meistens zur Verhinderung einer Kündigung. Meistens werden in diesem Zuge ebenfalls die Regelungen zur Abfindung und zum Arbeitszeugnis mit vereinbart. Wenn Sie noch keinen direkt anschließenden neuen Job gefunden haben, gilt hier aber eine besondere Vorsicht, da die Agentur für Arbeit einen Aufhebungsvertrag in den meisten Fällen als “vorsätzliche Herbeiführung der Arbeitslosigkeit” betrachtet und Sie ggf. mit einer Sperre für das Arbeitslosengeld belegt.

Ein angemessener Ausstand aus dem aktuellen Job

Ein Sprichwort besagt, dass man sich immer zweimal im Leben sieht. Sorgen Sie also dafür, dass Sie Ihrem Vorgesetzten und Ihren Kollegen in guter Erinnerung bleiben. Sollten Sie später nochmals zusammenarbeiten, braucht sich so keiner mit einem schlechten Gefühl in die Zusammenarbeit begeben. Zudem können sich aus dem künftigen Kontakt interessante Karrieremöglichkeiten ergeben, wenn Ihr ehemaliger Vorgesetzter oder Ihre Kollegen ebenfalls in andere Unternehmen wechseln. Auch kommt es immer wieder vor, dass sich der neue Arbeitgeber bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber über Sie erkundigt – eine positive Rückmeldung erleichtert Ihnen also auch noch den Einstand beim neuen Unternehmen.

Wichtige Dokumente, die Sie nicht vergessen sollten

Unabhängig davon, ob Sie freiwillig gekündigt haben oder die Kündigung durch den Arbeitgeber ausgesprochen wurde, sollten Sie folgende Unterlagen – soweit Ihnen diese nicht automatisch von Ihrem Arbeitgeber übergeben werden – bei Ihrem Arbeitgeber anfordern:

  • Arbeitgeberbescheinigung: Diese Bescheinigung brauchen Sie insbesondere, wenn Sie nach dem Ende Ihrer Beschäftigung Leistungen der Agentur für Arbeit beanspruchen müssen. Sie gibt Auskunft über alle wichtigen Informationen Ihres bisherigen Arbeitsverhältnisses (bspw. Gehalt, Arbeitszeiten). Lassen Sie sich dieses Dokument schnellstmöglich von Ihrem Arbeitgeber ausstellen, damit es einen nahtlosen Übergang zwischen dem Ende Ihrer Beschäftigung und dem Bezug der Leistungen durch die Bundesagentur für Arbeit gibt.
  • Krankenkassen und Rentenkassenbescheinigung
  • Lohnsteuerbescheinigung
  • Nachweise über Vermögenswirksame Leistungen und betriebliche Altersvorsoge
  • Arbeitszeugnis (einfach oder qualifiziert). Das Arbeitszeugnis müssen Sie ggf. aktiv bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber anfordern.
  • Urlaubsbescheinigung

Weiterbildungen und Rückzahlungsklauseln

Haben Sie während der Beschäftigung bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber eine Weiterbildung begonnen, die zum Zeitpunkt Ihres Ausscheidens noch nicht abgeschlossen ist und bei der die Kosten vom Unternehmen getragen werden? In einem solchen Fall ist Ihr Arbeitgeber dazu verpflichtet, eine Vereinbarung über eventuelle Rückzahlungspflichten im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Ihnen zu schließen. Hat Ihr Arbeitgeber eine solche Vereinbarung nicht mit Ihnen getroffen, besteht keine Rückzahlungspflicht für Sie.

Manche Arbeitsverträge beinhalten Regelungen zur Rückzahlung von bestimmten Zuwendungen (bspw. Gewinnbeteiligung, Weihnachts- und Urlaubsgeld, Umzugskosten), falls Sie vor einem bestimmten Termin das Unternehmen verlassen. Wenn die Kündigung freiwillig von Ihnen ausgeht, sollten Sie diese Regelungen bei der Auswahl des Kündigungszeitpunkts berücksichtigen.

Rückgabe von Arbeitsmitteln

Ganz gleich, ob Ihnen die Arbeitsmittel ausschließlich für die berufliche Nutzung zur Verfügung gestellt wurden oder ob Sie diese auch privat nutzen dürfen, müssen diese vollständig von Ihnen zurückgegeben werden. Gleiches gilt, wenn die Wirksamkeit der Kündigung noch im Rahmen einer Kündigungsschutzklage vor Gericht verhandelt wird.

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