Empfehlungsschreiben: Der Pluspunkt in jeder Bewerbung

Empfehlungsschreiben: Der Pluspunkt in jeder Bewerbung

Oft verbessert ein persönliches Empfehlungsschreiben von ehemaligen Vorgesetzten die Chancen bei der Jobsuche enorm. Kandidaten heben sich damit von der Masse der Bewerber ab und weisen eine Leistungsbestätigung durch einen unabhängigen Dritten nach.

Was ist der Mehrwert von Empfehlungsschreiben?

Aus dem privaten Umfeld kennen wir Bewertungen schon lange: Welches Hotel buchen wir für den nächsten Urlaub? Wie zuverlässig ist der Händler? Wie gut schmeckt das Essen im Restaurant. Bevor wir eine eine Entscheidung treffen, möchten wir Sicherheit haben und den Rat von Anderen hinzuziehen.

Bei der Personalauswahl ist das ganz ähnlich: Die Recruiter versuchen sich in den unterschiedlichen Auswahlschritten ein möglichst vollständigen Eindruck von dem Kandidaten zu verschaffen. Es bleibt aber nur ein Eindruck und ob sich dieser auf Dauer bestätigt, wird sich erst nach der Einstellung der Person herausstellen.

Bereits heute werden in vielen Unternehmen mehr als 50% der vakanten Positionen über Empfehlungen aus der Belegschaft besetzt. Zwar ist ist ein Empfehlungsschreiben des ehemaligen Vorgesetzten keine Inhouse-Empfehlung, jedoch schafft die Empfehlung “von Chef zu Chef” vertrauen und dient als weitere Bestätigung Ihrer guten Leistungen durch eine Person, mit der Sie unter Umständen bereits Jahre zusammengearbeitet haben

Werden Empfehlungen in Deutschland überhaupt genutzt?

Im englischsprachigen Raum gehören Empfehlungsschreiben bereits seit einigen Jahren als fester Bestandteil in jede Bewerbungsmappe. In Deutschland gehört das Arbeitszeugnis zum Standard, jedoch werden auch die Empfehlungsschreiben immer beliebter.
Weitere Anwendungsfälle für den Einsatz von Empfehlungsschreiben sind Bewerbungen für Stipendien oder Studiengänge (bspw. MBA), sowie die Nutzung als Leistungsnachweis für Freiberufler.

In der Bewerbung für einen neuen Job können Sie sich mit einem solchen Empfehlungsschreiben aktuell noch von den Wettbewerbern um die Stelle abheben und so wertvolle Pluspunkte bei Ihrem Wunscharbeitgeber sammeln.

Wann ist ein Empfehlungsschreiben überhaupt sinnvoll?

Wenn sich ein Empfehlungsschreiben auf eine Position bezieht, die zu weit in der Vergangenheit zurückliegt, verliert es an Aussagekraft. Der eine oder andere Recruiter mag sich vielleicht sogar fragen, weshalb sie in Ihrer letzten Position keine Empfehlung erhalten haben. Achten Sie also darauf, dass das Empfehlungsschreiben möglichst für Ihre letzte Position ausgestellt wurde.

Wer eignet sich aus Aussteller eines Empfehlungsschreibens?

Es ist wichtig, dass es eine Person ist, die Sie gut genug kennt und Ihre Leistungen glaubhaft bewerten kann. Im besten Fall ist Ihr Referenzgeber jemand, der früher eng mit Ihnen zusammengearbeitet hat und in einer angesehenen Postion im Unternehmen tätig ist. Als Führungskraft im Unternehmen erfüllt Ihr letzter Vorgesetzter diese beiden Eigenschaften und eignet sich gut als Referenzgeber für Sie.

Studenten können sich beispielsweise an einen Dozenten oder Professor wenden. Grade, wenn Sie als studentische Hilfskraft für diese gearbeitet haben oder diese Ihre Abschlussarbeit betreut haben, sollten sie Sie gut genug kennen, um eine qualifizierte Empfehlung aussprechen zu können.

Was sollte in meinem Empfehlungsschreiben stehen?

Die Form von Empfehlungsschreiben unterliegt keinen festen Regeln. Das Dokument sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein und sich am Aufbau eines Anschreibens orientieren und inhaltlich auf die Wunschposition abgestimmt sein:

Inhalt des Empfehlungsschreibens

  • Das aktuelle Datum und ein aussagekfäftiger Betreff: „Empfehlungsschreiben für [Name]
  • Position des Referenzgebers und Unternehmen.
  • Zeitraum und Verhältnis zwischen Ihnen und dem Verfasser:In welchem Zeitraum haben Sie in welcher Position unter dem Referenzgeber zusammen gearbeitet?
  • Eine qualitative Bewertung Ihrer Leistung, sowohl Ihrer Fachkompetenzen als auch Ihrer Sozialkompetenz.
  • Eine direkte Empfehlung, die auf die Wunschposition zugeschnitten ist, für die Sie sich bewerben: „Aufgrund unserer guten Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren halte ich sie für die Position [Positionsbezeichnung] für sehr geeignet und empfehle sie ohne Vorbehalte.“
  • Ein Hinweis, dass der Verfasser für weitere Fragen gerne telefonisch zur Verfügung steht.

Wie Sie die geeignete Person um ein Empfehlungsschreiben bitten

Sagen Sie Ihrem ehemaligen Vorgesetzten, was genau und wofür Sie es benötigen. Den ehemaligen Vorgesetzten um diesen Gefallen zu bitten, mag manchem nicht ganz leicht fallen aber es wird Ihnen bei der Bewerbung behilflich sein.

Fragen Sie Ihren Referenzgeber in Spè am besten persönlich oder telefonisch und bieten Sie an, alle benötigten Informationen zur Verfügung zu stellen. Damit nehmen Sie Ihrem ehemaligen Vorgesetzten zusätzliche Aufwände ab und steigern die Bereitschaft zur Empfehlung.Stimmen Sie auch die Inhalte zusammen ab, sodass diese möglichst gut zu Ihrem Verwendungszweck passen.

Sollte Ihr Vorgesetzter ablehnen, nehmen Sie es nicht persönlich. Ein Empfehlungschreiben, das nur auf die Schnelle oder nach viel Überzeugungsarbeit erstellt wird, sieht meistens auch danach aus.

Nicht die Masse macht`s: Auch hier gibt es ein zu viel des Guten: Wenn Ihre Bewerbungsunterlagen bereits überzeugen, reichen maximal drei Empfehlungsschreiben als Ergänzung völlig aus.