Persönlichkeitstests: Der Big Five Test (B5T)

Persönlichkeitstests: Der Big Five Test (B5T)

Der Big Five Test (B5T) oder auch Fünf-Faktoren-Modell (FFM) genannt, handelt es sich um ein Modell aus der Persönlichkeitspsychologie, welches die Ausprägung der individuellen Persönlichkeit in fünf Hauptdimensionen bewertet:

Die 5 Dimensionen des Big-Five-Tests

  • Neurotizismus
  • Extraversion
  • Offenheit für Erfahrungen
  • Gewissenhaftigkeit
  • Verträglichkeit

Der Big Five Test legt immer einen Normwert für die einzelnen Persönlichkeitsmerkmale zu Grunde. Weist eine Person besonders hohe oder niedrige Abweichungen von diesem Wert auf, ist dies ein Hinweis, dass das entsprechende Merkmal besonders stark oder schwach ausgeprägt ist. Eine Person mit besonders hohen oder niedrigen Ausschlägen, weisen aber nicht in jedem Fall alle charakterisierenden Merkmale der Skala auf.

Bewertete Dimensionen und Ausprägungsmerkmale im Big Five Test

Kürzel Dimension Schwache Ausprägung Starke Ausprägung
N Neurotizismus Ruhig und selbstsicher Verletzlich und emotional
E Extraversion Zurückhaltend und reserviert Gesellig und Aufgeschlossen
O Offenheit für Erfahrungen Vorsichtig und konsistent Neugierig und erfinderisch
C Gewissenhaftigkeit Nachlässig und unbekümmert Organisiert und Effektiv
A Verträglichkeit Misstrauisch und kompetitiv Freundlich, kooperativ und mitfühlend

Neurotizismus: Diese Dimension beschreibt die Art, wie negative Emotionen erlebt werden. Stark ausgeprägt, erleben die Personen häufiger Gefühle wie Angst, Nervosität, Unsicherheit oder Verlegenheit. Hingegen erleben Personen mit einer geringen Ausprägung dieser Dimension selten negative Gefühle und wirken emotional ruhiger und stabiler.

Extraversion / Intraversion: Mit diesen Dimensionen werden die Aktivität und das zwischenmenschliche Verhalten einer Person beschrieben. Hat eine Person eine hohe Ausprägung in der Dimension Extraversion, wird diese oft als aktiv, gesellig und personenorientiert wahrgenommen. Ist eine Person hingegen eher introvertiert, wird diese meistens eher zurückhaltend bei sozialen Interaktionen und lieber unabhängig und allein sein.

Offenheit für neue Erfahrungen: Wie sehr sich eine Person für neue Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke interessiert und groß das Ausmaß der Beschäftigung mit neuen Dingen ist, beschreibt die Dimension der Offenheit für Erfahrungen. Oftmals sind Personen mit einer starken Ausprägung eher fantasievoll und wissbegierig. Ihr Verhalten ist dabei manchmal eher unkonventionell und sie probieren neue Vorgehensweisen aus. Personen mit einer schwächeren Ausprägung wählen eher konventionelle Methoden und haben meist eine konservativere Einstellung.

Gewissenhaftigkeit: Wie zielstrebig, selbstkontrolliert und genau ist jemand? Diese misst die Dimension der Gewissenhaftigkeit. Personen mit starker Ausprägung sind oft gut organisiert, zuverlässig, sorgfältig und handeln überlegt. Personen mit niedriger Ausprägung agieren eher spontan und ungenau. Die Arbeitsweisen sind oftmals unsorgfältig und manches mal nicht bis zum Schluss durchdacht.

Verträglichkeit: Neben der Dimension Extraversion / Intraversion, ist dies die zweite Dimension, die zwischenmenschliches Verhalten beschreibt. Personen mit einer starken Ausprägung sind oft wohlwollend, hilfsbereit und nachgiebig. Sie vertrauen anderen Personen schneller und neigen zu kooperativem Verhalten. Personen mit schwächerer Ausprägung, sind oft misstrauisch, wiederständig und egozentrisch. Sie stehen stärker für Ihre eigenen Interessen ein. In vielen Berufen mag eine hohe Verträglichkeit erwünschter sein – in anderen Berufen (bspw. bei Anwälten) könnte dies eher hinderlich sein.

Wissenswertes zum Big Five Test

Wie erheblich die Ausprägung einer Dimension ist, bemisst sich mit der Heritabilität. Die zwischenmenschlichen Unterschiede bei den Dimensionen im Big Five Test lassen sich zu etwa der Hälfte auf einen Einfluss der Gene zurückführen. Neuere Studien zeigen sogar, dass bis zu zwei Drittel der messbaren Ausprägungen mit den Genen zusammenhängen.

Die verbleibenden Einflussfaktoren im Big Five Test hängen eher von Umweltfaktoren ab. Hierbei ist die individuelle Umwelt, sehr viel relevanter als die geteilte, also bspw. das gemeinsame Aufwachsen in der Familie.

Studien zum Big Five Test zeigen, dass die Persönlichkeitsmerkmale erst nach dem 30. Lebensjahr weitestgehend konstant bleiben. Es bedeutet aber nicht in jedem Fall, dass die Persönlichkeitsentwicklung zu diesem Zeitpunkt vollständig abgeschlossen ist. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass insbesondere die Ausprägung in den Dimensionen Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit mit zunehmender Lebenserfahrung gesteigert werden.

Wie die Ausprägungen Ihrer Persönlichkeit von Ihnen selbst (Selbstbild) und von den Personen in Ihrer Umgebung (Fremdbild) wahrgenommen werden können Sie mit dem Big Five Test, dem Myer Briggs Test (MBTI) oder auch mit Methoden wie dem Johari-Fenster oder dem 360°-Feedback gut ermitteln.